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TAMARA L. THOMPSON

ZEITGENÖSSISCHE
KÜNSTLERIN IN BERN

Dinge, die bleiben

Aus dem Übersehenen entsteht das Einzigartige.

Kunst beginnt dort, wo sich unser Blick verändert. Tamara Thompson widmet sich den

Dingen, die andere zurücklassen: ausgedientem Plastikspielzeug, industriell gefertigten

Objekten und Fragmenten vergangener Geschichten.

Durch Sammeln, Ordnen und Neuverbinden löst sie diese Objekte aus ihrem

ursprünglichen Zusammenhang. Es entstehen Skulpturen und Installationen von

eigenständiger Präsenz – zwischen Vertrautem und Fremdem, Erinnerung und

Verwandlung, industrieller Massenproduktion und individueller Ausdruckskraft.

In Thompsons Arbeiten wird Plastik zum Bedeutungsträger unserer Zeit. Ein Material, das

für Konsum und Vergänglichkeit steht und zugleich Generationen überdauert, erfährt eine

neue künstlerische Dimension. Das einst Austauschbare wird unverwechselbar. Das

Fragment erhält einen Körper, das Objekt eine neue Identität.

Ihr künstlerischer Weg ist geprägt von Bewegung, Rhythmus und der Erfahrung flüchtiger

Momente. Nach ihrer internationalen Tätigkeit im Tanz und in der Musik widmet sie sich

seit 2018 hauptberuflich der bildenden Kunst. Diese unterschiedlichen Ausdrucksformen

verbinden sich in einer eigenständigen skulpturalen Sprache, die Material, Form und

Erinnerung in einen neuen Dialog bringt.

Text. Christoph Balmer

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